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Babybrei selber machen, einfrieren und aufwärmen

Babybrei selber machen ist einfach: zwei Grundrezepte mit Mengen, Tipps zu Hygiene und Nitrat und eine Anleitung zum Einfrieren, Auftauen und Aufwärmen.

Von der LIINI RedaktionAktualisiert am 9 Min. Lesezeit15 Quellen

Nahaufnahme von stückigem, orangefarbenem Gemüsebrei in einem Metallbehälter
Inhalt

Kurz gesagt

Babybrei selber machen ist einfach: Gemüse und Kartoffeln in wenig Wasser weich kochen, pürieren und etwas Rapsöl unterrühren, ganz ohne Salz, Zucker und Gewürze. Was dein Baby nicht gleich isst, kühlst du rasch ab. Im Kühlschrank hält selbst gekochter Brei bis zu 24 Stunden, bei −18 °C eingefroren bis zu 2 Monate. Jede Portion wärmst du nur einmal auf, rührst gut um und prüfst die Temperatur. Brei mit Spinat, Randen oder Fenchel gibst du frisch und wärmst ihn nicht wieder auf.

Babybrei selber machen geht schneller, als viele denken, und du weisst genau, was drin ist. Mit einer Pfanne, einem Pürierstab und zwei Grundrezepten kochst du die ersten Breie und legst gleich einen Vorrat an. Hier findest du die Mengen der Fachstellen, die Regeln zu Hygiene und Nitrat und eine Anleitung zum Einfrieren, Auftauen und Aufwärmen.

Bevor du loslegst: die Grundregeln

Ab wann dein Baby bereit für Brei ist, liest du im Ratgeber Beikost: ab wann und wie starten. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) empfiehlt, frühestens anfangs des fünften und spätestens anfangs des siebten Monats mit Beikost zu beginnen. Für den Brei selbst gelten ein paar einfache Regeln:

  • Kein Salz, kein Zucker: Beim Zubereiten verzichtest du laut BLV auf Salz, Bouillon, Gewürze, Zucker, Honig und andere Süssungsmittel. Salz, Bouillon, Zucker und Honig sind laut der Mütter- und Väterberatung der Stadt Zürich im ganzen ersten Lebensjahr ungeeignet.
  • Rapsöl dazu: Das BLV empfiehlt, das Essen einmal am Tag mit etwas Rapsöl zu ergänzen. Es liefert wertvolle Fettsäuren. Kaltgepresstes und raffiniertes Rapsöl eignen sich beide.
  • Einfach starten: Für die ersten Löffel reichen ein Gemüse und Kartoffeln. Weitere Zutaten kommen nach und nach dazu.
  • Vielfalt nutzen: Selbst gekocht kannst du laut BLV viele verschiedene Gemüse- und Fruchtsorten verwenden.

Dein Baby will lieber selbst greifen statt gefüttert werden? Wie Beikost ohne Brei funktioniert, erklärt der Ratgeber Baby-led Weaning.

Babybrei Rezepte: zwei Grundrezepte

Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei

Der erste Brei ist meist ein Gemüsebrei am Mittag. Anfangs reicht Gemüse mit Kartoffeln, später kommt etwas Fleisch dazu. Schweizer und deutsche Fachstellen nennen leicht unterschiedliche Mengen. Beides sind Richtwerte für eine Portion, wie viel dein Baby isst, zeigt es dir selbst.

ZutatSchweiz (BLV)Deutschland (Gesund ins Leben)
Gemüse, z. B. Rüebli, Kürbis, Zucchini100 g100 g
Kartoffeln50 g50 g
Fleisch, mager10 g30 g, auch Fisch
Fruchtsaft oder Obstpüreekeine Angabe1½ EL
Rapsöl1–2 TL1 EL
  1. Hände waschen Wasch dir vor dem Kochen die Hände gründlich mit Seife, auch nach dem Kontakt mit rohem Fleisch.
  2. Rüsten Wasch Gemüse und Kartoffeln, schäl sie und schneide sie in kleine Stücke. Schneide auch das Fleisch klein.
  3. Garen Koch alles zusammen in wenig Wasser etwa 10 Minuten weich, ohne Salz, Gewürze und Bouillon. Das Fleisch muss ganz durchgegart sein.
  4. Pürieren Püriere alles fein. Ist der Brei zu fest, gibst du etwas Wasser dazu.
  5. Öl unterrühren Erst zum Schluss rührst du das Rapsöl ein.
  6. Rasch abkühlen Was dein Baby jetzt nicht isst, kühlst du sofort ab und stellst es in den Kühlschrank oder den Tiefkühler.

Varianten: Das Fleisch kannst du laut BLV durch die gleiche Menge grätenfreien Fisch, etwa Lachs, oder durch wenig Ei ersetzen. Für einen vegetarischen Brei nimmst du statt Fleisch Vollkorn-Getreideflocken, zum Beispiel Hafer- oder Hirseflocken. Gib dann etwas mehr Obstsaft oder Obstpüree dazu: Das verbessert laut Gesund ins Leben die Aufnahme von Eisen aus Getreide und Gemüse. Milch gehört nicht in diesen Brei, sie hemmt die Eisenaufnahme.

Getreide-Obst-Brei

Der Getreide-Obst-Brei kommt etwas später dazu, oft am Nachmittag. Er enthält keine Milch.

  • Zutaten: 90 ml Wasser, 20 g Getreideflocken oder Griess, 100 g Obst und 1 TL Rapsöl. So steht es bei Gesund ins Leben. Das BLV nennt 50 bis 100 ml Wasser, 10 bis 20 g Vollkornflocken oder Griess und etwa 100 g Früchte.
  • Zubereitung: Rühr Flocken in kaltes Wasser, Griess in kochendes Wasser. Lass alles unter Rühren einige Minuten köcheln. Dann rührst du das geriebene oder pürierte Obst und das Öl unter.

Weitere Ideen, etwa Kürbis-Reis oder Banane mit Haferflocken, findest du bei den Rezepten von Kochen mit LIINI.

Hygiene und Nitrat: darauf achtest du beim Kochen

Bei Babybrei ist saubere Arbeit besonders wichtig. Diese Gewohnheiten helfen:

  • Saubere Geräte: Pürierstab, Schüsseln und Löffel reinigst du laut dem deutschen Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) in der Spülmaschine bei 65 °C oder mit heissem Wasser und Spülmittel.
  • Gut durchgaren: Fleisch, Geflügel, Fisch und Eier erhitzt du so, dass sie im Kern mindestens 2 Minuten lang 70 °C erreichen. Das empfiehlt das österreichische Programm «Richtig essen von Anfang an».
  • Nicht lange warm halten: Warme Speisen hältst du laut demselben Programm über 65 °C oder kühlst sie rasch ab, am besten in mehreren flachen Schalen.
  • Eigener Probierlöffel: Den Babylöffel leckst du nicht ab. So überträgst du laut BIÖG keine Kariesbakterien auf dein Kind.

Achtung

Nitratreiches Gemüse wie Fenchel, Kohlrabi, Randen (Rote Bete), Spinat und Krautstiele (Mangold) kann ab und zu in den Brei. Gib solche Breie laut BLV aber direkt nach dem Kochen, halte sie nicht warm und wärme sie nicht wieder auf. Aus Nitrat kann sonst gesundheitsschädliches Nitrit entstehen. Ab dem 7. Monat ist nitratreiches Gemüse laut BLV weniger problematisch. Hat dein Kind eine bakterielle Magen-Darm-Infektion, verzichtest du laut dem deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf Spinat.

Koch Breie mit diesen Gemüsen deshalb lieber frisch und nicht auf Vorrat.

Babybrei einfrieren: so legst du einen Vorrat an

Einfrieren spart Zeit: Du kochst einmal eine grössere Menge und hast für mehrere Tage Brei bereit. Selbst gekochter Brei hält laut BLV, BIÖG und «Richtig essen von Anfang an» bei −18 °C bis zu 2 Monate.

Babybrei einfrieren in 4 Schritten: 1. rasch abkühlen, direkt nach dem Pürieren. 2. portionieren in Becher oder Eiswürfelform. 3. abdecken und mit Inhalt und Datum beschriften. 4. bei minus 18 Grad oder kälter einfrieren. Haltbar bis zu 2 Monate.Brei einfrieren in 4 SchrittenSo legst du einen Vorrat an1Rasch abkühlendirekt nach dem Pürieren2PortionierenBecher oder Eiswürfelform3Abdecken, beschriftenInhalt und Datum notieren4Einfrierenbei −18 °C oder kälterHaltbar bis zu 2 MonateQuellen: BLV, BIÖG, HSE Irland
  1. Rasch abkühlen Kühl den Brei direkt nach dem Pürieren möglichst schnell ab. Laut BIÖG frierst du ihn gleich danach ein, damit sich keine Keime vermehren.
  2. Portionieren Füll den Brei in kleine Gefrierbecher oder in eine Eiswürfelform. Die irische Gesundheitsbehörde HSE nennt Eiswürfelformen für kleine Portionen.
  3. Abdecken und beschriften Deck die Form gut ab und schreib Inhalt und Datum wasserfest darauf.
  4. Einfrieren Stell den Brei bei −18 °C oder kälter in den Tiefkühler. Brauch die ältesten Portionen zuerst auf.

Tipp

Mit Würfeln dosierst du flexibel und kannst Sorten kombinieren, zum Beispiel Rüebli- mit Kartoffelwürfeln.

Hast du Brei aus Tiefkühlgemüse gekocht, darfst du ihn laut «Richtig essen von Anfang an» wieder einfrieren. Durch das Kochen entsteht ein neues Lebensmittel. Wichtig ist auch hier: rasch abkühlen und in Portionen einfrieren.

Brei auftauen und aufwärmen

Beim Auftauen und Aufwärmen gilt vor allem eine Regel: jede Portion nur einmal.

Haltbarkeit von selbst gekochtem Babybrei: im Kühlschrank in der kältesten Zone bis zu 24 Stunden, im Tiefkühler bei minus 18 Grad oder kälter bis 2 Monate. Aufgetauten Brei kurz vor dem Essen auftauen und nur einmal aufwärmen. Reste nach dem Essen wegwerfen. Brei mit Spinat, Randen oder Fenchel frisch essen, nicht warm halten und nicht aufwärmen.Wie lange hält Babybrei?Selbst gekochter BreiKühlschrankkälteste Zonebis 24 Std.Tiefkühler−18 °C oder kälterbis 2 MonateAufgetautkurz vor dem Essen auftauen,nur einmal aufwärmenReste nach dem Essennicht aufheben,immer wegwerfenSpinat, Randen, Fenchelfrisch essen, nicht warmhalten, nicht aufwärmenQuellen: BLV, BIÖG, NHS
  • Kurz vor dem Essen auftauen: Das BIÖG rät, gefrorenen Brei erst unmittelbar vor dem Füttern schnell aufzutauen, im Wasserbad oder in der Mikrowelle. So gehen weniger Vitamine verloren.
  • Gut durchrühren und prüfen: Rühr den Brei vor dem Füttern gut durch und probier mit einem eigenen Löffel, ob er angenehm warm und nicht heiss ist.
  • Nur einmal aufwärmen: Aufgetauten Brei wärmst du laut BIÖG nicht ein zweites Mal auf und frierst ihn nicht wieder ein.
  • Reste wegwerfen: Was dein Baby nicht gegessen hat, kommt weg. Über den Löffel gelangt Speichel in den Brei. Der britische Gesundheitsdienst NHS rät, angegessene Portionen nie aufzubewahren oder erneut aufzuwärmen.

Achtung

Die Mikrowelle erwärmt ungleichmässig. An besonders heissen Stellen kann sich dein Baby laut BIÖG verbrühen. Rühr den Brei deshalb gründlich um und prüf die Temperatur, bevor du fütterst.

Gläschen oder selbst gekocht?

Beides ist in Ordnung. Das BLV nennt für beide Wege Vorteile.

KriteriumSelbst gekochtGläschen
Zutatendu bestimmst sie, ohne Zucker, Salz und AromenZusammensetzung gesetzlich geregelt, Zutatenliste prüfen
Vielfaltviele Gemüse- und Fruchtsorten möglichAuswahl je nach Angebot
Aufwandkochen, portionieren, einfrierenkeiner
HaltbarkeitKühlschrank bis 24 Stunden, Tiefkühler bis 2 Monateungeöffnet laut Packung
Unterwegsgekühlt transportierenlaut BLV praktisch für unterwegs

Beim Kauf meidest du laut BLV Produkte mit zugesetztem Salz, Zucker, Kakao und Aromen. Fütterst du nicht direkt aus dem Gläschen, sondern füllst eine Portion in eine Schale, kannst du den Rest verschlossen im Kühlschrank aufbewahren. Das BIÖG nennt je nach Produkt ein bis drei Tage, die Mütter- und Väterberatung der Stadt Zürich rät, ein geöffnetes Gläschen innert 48 Stunden aufzubrauchen.

Selbst gekochter Brei unterwegs

Für Ausflüge nimmst du frisch gekochten, rasch abgekühlten Brei in einer dichten Dose mit Kühlakku in der Kühltasche mit. Vor Ort wärmst du ihn einmal auf. Ohne Mikrowelle geht das mit einem Breiwärmer mit Akku: Der LIINI® 2.0 PRO Breiwärmer fasst bis zu 350 g, braucht keine Temperatureinstellung und eignet sich laut LIINI für gekauften und selbst gemachten Brei. Alle Modelle findest du unter Breiwärmer.

Frau nimmt mit einem Holzlöffel orangefarbenen Brei aus dem LIINI Breiwärmer olive
Selbst gekochter Brei, unterwegs im Breiwärmer erwärmt

Weitere Wege und Hygiene-Tipps für den Ausflug stehen im Ratgeber Brei unterwegs warm machen. Was sonst noch mitkommt, zeigt die Checkliste für die Wickeltasche.

Häufige Fragen

Wie lange ist selbst gemachter Babybrei im Kühlschrank haltbar?

Bis zu 24 Stunden, so steht es beim BLV. Das deutsche BIÖG nennt etwa 24 Stunden. Stell den Brei in die kälteste Zone des Kühlschranks, meist über dem Gemüsefach, und wärm ihn nur einmal auf.

Wie lange kann ich Babybrei einfrieren?

Bei −18 °C oder kälter bis zu 2 Monate, so nennen es BLV, BIÖG und «Richtig essen von Anfang an». Beschrifte jede Portion mit dem Datum und brauch die ältesten zuerst auf.

Darf ich Babybrei zweimal aufwärmen?

Nein. Jede Portion wärmst du nur einmal auf. Reste, die dein Baby nicht gegessen hat, wirfst du weg. Aufgetauten Brei frierst du auch nicht wieder ein.

Kann ich Brei über Nacht im Kühlschrank auftauen?

Das BIÖG rät davon ab und empfiehlt, den Brei erst kurz vor dem Füttern im Wasserbad oder in der Mikrowelle aufzutauen, damit weniger Vitamine verloren gehen. Britische und irische Gesundheitsstellen nennen das Auftauen im Kühlschrank dagegen als sichere Methode. Wichtig ist bei beiden Wegen: aufgetauten Brei bald essen und nur einmal aufwärmen.

Darf Spinat in den Babybrei?

Ab und zu ja. Spinat gehört wie Fenchel, Kohlrabi, Randen und Krautstiele zu den nitratreichen Gemüsen. Gib solche Breie laut BLV frisch, halte sie nicht warm und wärme sie nicht wieder auf. Ab dem 7. Monat ist nitratreiches Gemüse weniger problematisch.

Braucht mein Baby Salz oder Gewürze im Brei?

Nein. Beim Zubereiten verzichtest du laut BLV auf Salz, Bouillon, Gewürze, Zucker und Honig; die Mütter- und Väterberatung der Stadt Zürich nennt Salz, Bouillon, Zucker und Honig im ersten Lebensjahr ungeeignet. Das deutsche BIÖG empfiehlt Babys, die ausschliesslich selbst gekochten Brei essen, zusätzlich Jod als Ergänzung. Ob das für dein Baby nötig ist, besprichst du mit deiner Kinderärztin oder der Mütter- und Väterberatung.

Quellen

  1. Ernährung für Säuglinge und Kleinkinder: Beikost, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV
  2. Ernährung für Säuglinge und Kleinkinder: Rezepte, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV
  3. Ernährung für Säuglinge und Kleinkinder: Häufige Fragen, Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV
  4. Die Beikost (Merkblatt), Stadt Zürich, Mütter- und Väterberatung
  5. Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, Netzwerk Gesund ins Leben
  6. Gemüse-Kartoffel-Getreide-Brei, Netzwerk Gesund ins Leben
  7. Getreide-Obst-Brei, Netzwerk Gesund ins Leben
  8. Rezepte für Säuglingsbreie, kindergesundheit-info.de, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)
  9. Hygiene rund um die Breinahrung, kindergesundheit-info.de, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)
  10. Fragen und Antworten zu Nitrat und Nitrit in Lebensmitteln, Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
  11. Worauf sollte man beim Selbermachen von Babybrei besonders achten?, Richtig essen von Anfang an (AGES, Sozialministerium, Dachverband der Sozialversicherungsträger)
  12. Darf ein Brei aus Tiefkühlgemüse wieder eingefroren werden?, Richtig essen von Anfang an
  13. Wie lange darf ich die frisch gekochte Beikost warmhalten?, Richtig essen von Anfang an
  14. Storing and reheating food, NHS Best Start in Life
  15. Baby foods: homemade, HSE Health Service Executive, Irland
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